Samstag,
7. November

Zwischen Alb

Rathaus Ehingen (Donau) I
Symbolbild: Ehingen · Foto: Hohenzollernsche Lande, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Stuttgart – Der erste Bauabschnitt der Ortsumgehung Rißtissen ist seit dem 15. Oktober 2026 für den Verkehr offen. Die Ortsdurchfahrt des Ehinger Teilorts wird dadurch nach Angaben des Regierungspräsidiums bereits deutlich entlastet. Im Frühjahr 2027 beginnen die Arbeiten am zweiten Abschnitt, die Gesamtfertigstellung erwartet das Regierungspräsidium gegen Ende 2028. Das teilte das Regierungspräsidium Tübingen mit.

Am 6. November 2026 besuchten Verkehrs-Staatssekretär Raimund Haser MdL und Regierungspräsidentin Isabel Kling das Baubüro in Rißtissen. Dr. Diana Kohlmann, erste Landesbeamtin des Alb-Donau-Kreises, Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann und Ortsvorsteherin Dagmar Jöchle-Leutz ließen sich dort über die nächsten Schritte informieren.

Erster Abschnitt nach rund einem halben Jahr fertig

Die Bauzeit des ersten Abschnitts betrug etwa ein halbes Jahr. Er ist rund ein Kilometer lang und Teil der insgesamt rund 2,5 Kilometer langen Umgehung. Die Strecke startet am Golfplatz, die L 259 verläuft dann bogenförmig zwischen Golfplatz und Rißtissen bis zum neuen Kreisverkehr an der K 7362. Dieser Kreisverkehr war Ende Juli fertig, auch das lag laut Mitteilung im Zeitplan.

Zweiter Abschnitt: Brücke über die Riß zuerst

Der zweite Abschnitt schließt am Kreisverkehr an der K 7362 an. Die neue Trasse quert die Riß und wird südlich von Rißtissen wieder auf die bestehende L 259 geführt. Die bestehende L 259 wird dort auf rund 120 Metern bis zum Höllgraben ausgebaut. Mit dem Lückenschluss wird auch das südliche Ortsende rund um die Sulmetinger und die Laupheimer Straße entlastet. Außerdem soll die Unfallgefahr sinken, weil die Strecke bisher schmal und uneben ist.

Der Abschnitt ist deutlich aufwändiger, veranschlagt sind zwei Jahre Bauzeit. Er umfasst rund 1,5 Kilometer Straßenbau, eine Brücke über die Riß, ein Entwässerungsbecken und einen Wirtschaftsweg in Schotterbauweise. Die alte L 259 wird auf über 800 Metern zurückgebaut und rekultiviert. Im Frühjahr 2027 beginnt der Brückenbau, wofür derzeit die Ausschreibungsunterlagen erstellt werden. Im Anschluss werden die übrigen Arbeiten in Angriff genommen.

Nach Ansicht von Haser hängen die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung einer Region maßgeblich von ihrer Verkehrsanbindung ab: „Eine gute Verkehrsanbindung ist entscheidend für die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung einer Region.“ Weniger Durchgangsverkehr bedeute weniger Lärm und bessere Luft im Ort, Pendler zwischen Ehingen und Laupheim kämen schneller ans Ziel. Kling lobte die Organisation der Bauausführung und dankte dem Baureferat Ehingen sowie den ausführenden Firmen. Die Maßnahme müsse so schnell wie möglich, aber mit der nötigen Sorgfalt erfolgen.

Insgesamt rechnet man mit Kosten von rund 18 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg trägt sie als Straßenbaulastträger der L 259. In den Vorjahren wurden bereits vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen abgeschlossen. 2024 folgten Prospektions- und Rettungsgrabungen des Denkmalschutzes, Ende 2024 wurden Bäume gefällt und eine Scheune im Verlauf der Trasse abgebrochen.

Zusammengefasst

  • Erster Bauabschnitt: seit 15. Oktober 2026 für den Verkehr offen, rund ein Kilometer lang
  • Zweiter Bauabschnitt: Beginn im Frühjahr 2027, zwei Jahre Bauzeit
  • Gesamtfertigstellung: gegen Ende 2028 erwartet
  • Gesamtkosten: rund 18 Millionen Euro, getragen vom Land Baden-Württemberg

Umfeld

Die Ortsumgehung ist eine westliche Umfahrung von Rißtissen. Laut Planfeststellungsbeschluss liegt der Bauanfang auf der L 259 von Ehingen kommend rund 600 Meter westlich vor dem Ortsanfang. Die Trasse schwenkt dort nach Süden ab und läuft rund 750 Meter parallel zum Ortsrand bis zur K 7362.

Ein erstes Planfeststellungsverfahren wurde im Frühjahr 2018 auf Antrag des Vorhabenträgers eingestellt. Ende 2018 begann das Verfahren erneut. Nach einer Erörterung im April 2019 erließ das Regierungspräsidium Tübingen den Planfeststellungsbeschluss.

Sichtweise

Dass der erste Abschnitt nach kurzer Bauzeit offen ist, spüren Anwohner und Pendler unmittelbar. Offen bleibt, wie stark die Ortsdurchfahrt bis zum Lückenschluss tatsächlich entlastet ist, denn das südliche Ortsende profitiert erst mit dem zweiten Abschnitt.

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