Biberach an der Riß – Biberach will bei der Bewässerung von Stadtbäumen weniger Trink- und Grundwasser verbrauchen. Die Verwaltung lässt deshalb untersuchen, an welchen Stellen eine oder mehrere große Zisternen entstehen könnten, wie die Stadt Biberach an der Riß mitteilte.
Anlass ist der hohe Wasserbedarf neu gepflanzter Bäume. Drei Jahre lang, gerechnet ab dem Einsetzen, brauchen die Bäume regelmäßig Wasser. Je nach Witterung wird in den Sommermonaten rund zehnmal gegossen, pro Baum und Gang kommen 150 Liter zusammen. Allein im Auftrag des Stadtplanungsamts kümmert sich eine externe Firma um 400 bis 600 junge Bäume. Vorhaben wie der Grünzug am Flugplatz sind in dieser Rechnung noch nicht enthalten.
Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler erläuterte im Bauausschuss, dass sich daraus für einen Zeitraum von zwei Monaten ein Bedarf von rund 400.000 Litern ergibt. Dieses Jahr habe die Trockenzeit sogar länger als zwei Monate überbrückt werden müssen. Hinzu kommt der Bedarf des Baubetriebsamts, das die Pflanzkübel und einzelne Bäume in der Altstadt gießt. Verwendet wird überwiegend Leitungswasser, teils auch Grundwasser. Nach Adlers Worten ist das aus mehreren Gründen wenig sinnvoll, denn die Vorräte an Trink- und Grundwasser sollten geschont werden. „Wir wollen unabhängiger werden und brauchen deshalb Alternativen.“
Unterirdische Speicher im Zentrum
Die Verwaltung schlug vor, in Zentrumsnähe unterirdische Zisternen einzubauen, die anfallendes Regenwasser sammeln. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, welches Speichervolumen nötig ist, wo geeignete Standorte liegen und was das Ganze kostet. Auch mögliche Förderungen sind Teil der Untersuchung. Kleinteilige Lösungen kommen laut Adler nicht infrage. „Wir brauchen wenige Standorte mit großen Zisternen.“ Diese Standorte wolle man so schnell wie möglich finden.
Zusammengefasst
- Bedarf: rund 400.000 Liter für einen Zeitraum von zwei Monaten
- Bewässerung: rund zehn Gänge in den Sommermonaten, je 150 Liter pro Baum
- Junge Bäume im Auftrag des Stadtplanungsamts: 400 bis 600
- Machbarkeitsstudie: Die Ergebnisse sollen im kommenden Jahr vorgestellt werden
Sichtweise
Regenwasser zu nutzen, statt Trinkwasser über Baumwurzeln zu verteilen, leuchtet unmittelbar ein. Offen bleibt, was die Zisternen kosten und ob sich geeignete Flächen im Zentrum überhaupt finden. Die Studie muss das belegen. Spannend wird, ob die Stadt aus dem Ergebnis rasch konkrete Bauprojekte macht.
