Balingen – Die Schule in der Balinger Steinachstraße, benannt nach Phillip Matthäus Hahn, bekommt künftig eine neue Photovoltaikanlage auf ihren Dächern. Wie das Landratsamt Zollernalbkreis mitteilte, ist sie die erste umgesetzte Maßnahme der PV-Offensive, die der Kreistag im März dieses Jahres beschlossen hat.
Die Anlage bringt rund 97 Kilowatt-Peak (kWp) Leistung und soll pro Jahr etwa 87.000 Kilowattstunden Strom liefern. Ausgewählt wurde die Schule, weil sie unter allen kreiseigenen Liegenschaften am meisten Strom verbraucht. Eine kreiseigene Photovoltaikanlage hatte sie bisher nicht.
Der Kreis rechnet mit einer Eigenverbrauchsquote von über 84 %. Der größte Teil des Stroms soll also direkt vor Ort genutzt werden. Dadurch muss weniger Strom aus dem Netz zugekauft werden. Das entlaste den Kreishaushalt und mache ihn weniger abhängig von schwankenden Energiepreisen.
Kosten und Bestand
Die Investition lag nach Angaben des Landratsamts deutlich unter den budgetierten Kosten. Bei einer Mindestlaufzeit von 20 Jahren geht der Kreis von einer Amortisation in unter sieben Jahren aus. Auf kreiseigenen Gebäuden stehen bereits Photovoltaikanlagen mit zusammen mehr als 400 kWp. Die neue Anlage ergänzt diesen Bestand und ist der Beginn weiterer Vorhaben.
Landrat Günther-Martin Pauli sagte: „Jede Kilowattstunde die wir selbst erzeugen, senkt unsere Betriebskosten und macht uns unabhängiger von Strompreisschwankungen.“ Er sieht in dem Vorhaben ein Signal auf dem Weg zur klimaneutralen Kommunalverwaltung und eine Stärkung der Krisenresilienz des Haushalts.
Die PV-Offensive ist Teil des Energie- und Klimaschutzkonzepts des Kreises. Bis zum Jahr 2030 sollen im Rahmen der „Priorität 1“ weitere Projekte mit mindestens 255 kWp Gesamtleistung entstehen. Damit will der Zollernalbkreis seine Eigenerzeugung ausbauen und die Energiekosten seiner Liegenschaften dauerhaft senken.
Zusammengefasst
- Standort: PMH-Schule, Steinachstraße, Balingen
- Leistung: rund 97 kWp
- Erwarteter Jahresertrag: etwa 87.000 Kilowattstunden
- Prognostizierte Eigenverbrauchsquote: über 84 %
- Amortisation: unter sieben Jahre, Mindestlaufzeit 20 Jahre
- Ziel bis 2030: weitere Projekte mit mindestens 255 kWp
Sichtweise
Dass der Kreis zuerst die Schule mit dem höchsten Verbrauch ausstattet, ist nachvollziehbar, denn dort wirkt jede selbst erzeugte Kilowattstunde am stärksten. Offen bleibt, wie hoch die Investition tatsächlich war, denn die Mitteilung nennt nur, dass sie unter dem Budget lag. Die Amortisationszeit ist eine Prognose, an der sich die Anlage messen lassen muss.
