Friedrichshafen – Nach einem mutmaßlichen Tötungsversuch im Klinikum Friedrichshafen sitzt ein 41 Jahre alter Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Das teilten die Staatsanwaltschaft Ravensburg und das Polizeipräsidium Ravensburg gemeinsam mit.
Nach Angaben der Ermittler soll der Mann am Mittwochnachmittag in einem Patientenzimmer versucht haben, einen Mitpatienten zu ersticken. Gegen 14.30 Uhr bemerkten Pflegekräfte den Mann am Bett seines Zimmernachbarn, dem er eine Decke auf das Gesicht drückte. Das Personal hielt ihn von weiteren Handlungen ab. Der 85 Jahre alte Mitpatient wurde nach aktuellem Kenntnisstand nicht körperlich verletzt.
Danach fielen bei dem 41-Jährigen Anzeichen einer psychischen Erkrankung auf. Alarmierte Polizeibeamte nahmen ihn vorläufig fest. Zunächst wurde er in einer geschlossenen Fachabteilung untergebracht.
Die Staatsanwaltschaft Ravensburg beantragte, den deutschen Tatverdächtigen der zuständigen Haftrichterin vorzuführen. Die Vorführung fand am Donnerstag statt. Wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts verhängte die Richterin Untersuchungshaft und ließ den Haftbefehl vollziehen. Der Mann kam anschließend in eine Justizvollzugsanstalt. Die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen führt die Ermittlungen, sie dauern an.
Sichtweise
Für den Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung, die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen. Offen ist, wie es zu der Tat kommen konnte und wie der Gesundheitszustand des Mannes einzuordnen ist. Die Mitteilung der Ermittler nennt dazu nichts. Spekulationen verbieten sich, solange keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen.
