Balingen – Wie lassen sich junge Wälder so pflegen, dass sie dem Klimawandel standhalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Waldbautrainings in Burladingen. Dort probten die Revierleitungen und Trainees des Forstamts Zollernalbkreis zusammen mit Waldbau-Trainern von ForstBW, wie sich klimastabile Mischwälder gezielt entwickeln lassen. Das teilte das Landratsamt Zollernalbkreis mit.
Hintergrund sind laut Mitteilung Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall. Besonders Fichten und Tannen leiden demnach unter langen Dürreperioden und werden dadurch leichter von Borkenkäfern befallen. Damit die Wälder dauerhaft bestehen, brauche es einen aktiven Umbau hin zu artenreichen, strukturierten und widerstandsfähigen Mischwäldern. Schon heute werde in den jungen Beständen darüber entschieden, wie klimastabil der Wald in der Zukunft sein wird.
Beim Training ging es um folgende Maßnahmen:
- Zukunftsbäume auswählen: In jungen, dichten Beständen werden besonders vitale und qualitativ hochwertige Bäume ausgesucht, die den Wald von morgen prägen sollen. Zum Einsatz kommen klimaangepasste Arten, darunter Eiche, Tanne, Douglasie, Ahorn und Elsbeere.
- Gezielt durchforsten: Konkurrierende Bäume werden entnommen. Die Zukunftsbäume bekommen dadurch mehr Licht, Wasser und Nährstoffe.
- Stabilität und Wachstum fördern: Durch den zusätzlichen Raum wachsen bei den Zukunftsbäumen eine große, leistungsfähige Krone und tief reichende Wurzeln heran. Das macht sie vitaler und widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Stürme.
- Mischwälder schaffen: Reine Nadelholzbestände sollen schrittweise in artenreiche Mischwälder umgewandelt werden. Wer Baumarten mit verschiedenen Wurzelsystemen und Lichtbedürfnissen mischt, verteilt das Risiko und steigert zugleich die ökologische Vielfalt.
„Wir investieren heute aktiv in die Wälder von morgen und übermorgen“, erklärte Forstamtsleiter Christian Beck. Mit den frühen Pflegeeingriffen sichere man nicht nur den Rohstoff Holz, sondern vor allem die Schutz- und Erholungsfunktionen der Wälder für kommende Generationen im Zollernalbkreis.
Sichtweise
Die Mitteilung erklärt verständlich, warum Pflege schon im jungen Wald ansetzt. Dass Förster das Handwerk gemeinsam mit Trainern üben, ist ein sinnvoller Weg, die Methoden in die Fläche zu bringen. Offen bleibt, wie viele Flächen im Kreis betroffen sind und wie schnell sich der Umbau auswirkt.
