Friedrichshafen – In Brochenzell wird die Brücke über die Schussen abgerissen und neu gebaut. Am Donnerstag, dem 12. November 2026, beginnen die Abbrucharbeiten am alten Bauwerk der L 329. Ab 9:00 Uhr ist die Straße dort voll gesperrt, der Verkehr wird großräumig umgeleitet. Das teilte das Landratsamt Bodenseekreis mit.
Die vorbereitenden Arbeiten laufen seit September 2026. Der temporäre Behelfssteg für Fußgänger und Radfahrer ist fertig und nutzbar. Auch die Versorgungsleitungen sind bereits aus dem Brückenbereich verlegt. Beim Abbruch werden einzelne Segmente des Überbaus schrittweise ausgebaut. Danach folgen der Rückbau der Widerlager und die Gründungsarbeiten für die neue Brücke.
Zuerst werden die Baugruben im Bereich der Widerlager mit Spundwänden gegen die Schussen gesichert. Die Tiefengründung entsteht anschließend mit Bohrpfählen. Es folgen die Betonarbeiten für Fundamente und neue Widerlager. Der Überbau wird aus Spannbeton-Fertigteilen hergestellt, was die Bauzeit verkürzen kann, und durch eine Fahrbahnplatte aus Ortbeton ergänzt. Zum Schluss stehen die Straßenbauarbeiten am Bauwerk an. Außerdem wird die Fahrbahn der L 329 auf dem Abschnitt von Meckenbeuren (Bahnhofplatz) bis Brochenzell (Andreas-Hofer-Straße, K 7731) erneuert. Die Gesamtmaßnahme soll voraussichtlich im Herbst 2027 fertig sein.
Aus Richtung Meckenbeuren führt die Umleitung über die B 30 nach Buch und Kehlen, dann folgt sie der K 7725 durch Hirschlatt und Ailingen. Bei Blankenried geht es über die L 328a wieder auf die L 329 und nach Brochenzell. In der Gegenrichtung gilt die Umleitung entsprechend. Die Umleitung bleibt bis zum Ende der Baumaßnahme bestehen.
Im Busverkehr entsteht für die Haltestelle „Brochenzell Schussen“ eine Ersatzhaltestelle auf Höhe der Säntisstraße. Weiterhin bedient werden die Haltestellen „Brochenzell Ettenkircher Straße“ und „Brochenzell Kirche“, allerdings nach einem angepassten Fahrplan. Die Kosten von rund 3,0 Mio. Euro trägt das Land Baden-Württemberg.
Die Brücke stammt aus dem Jahr 1961 und genügt den heutigen technischen Anforderungen nicht mehr. Gründe für den Ersatz sind Tragfähigkeitsdefizite, spannungsrisskorrosionsgefährdete Spannstähle und der allgemeine Bauwerkszustand.
Zusammengefasst
- Beginn der Abbrucharbeiten: Donnerstag, 12. November 2026
- Vollsperrung der L 329: ab 12.11.2026, 9:00 Uhr
- Für den Fuß- und Radverkehr gibt es einen Behelfssteg über die Schussen.
- Ersatzhaltestelle für „Brochenzell Schussen“: auf Höhe der Säntisstraße
- Kosten: rund 3,0 Mio. Euro, getragen vom Land Baden-Württemberg
- Fertigstellung: voraussichtlich Herbst 2027
Umfeld
Das Regierungspräsidium Tübingen nennt auf seiner Website für die Maßnahme eine Bauzeit von 18 Monaten. Die neue Brücke wird an gleicher Stelle gebaut. Eine Sanierung des Bestandsbauwerks wurde aus wirtschaftlichen Gründen verworfen.
Das neue Bauwerk wird für einen besseren Hochwasserabfluss gegenüber der alten Brücke angehoben, und zwar um ca. 1,2 Meter in der Brückenmitte und 0,5 Meter an den Widerlagern. Die Gehwege werden beidseitig auf jeweils 2,55 Meter verbreitert. Die Bauwerkslänge beträgt laut Regierungspräsidium 39,70 m.
Sichtweise
Für Pendler und Anwohner bedeutet die lange Vollsperrung einen spürbaren Umweg. Der Behelfssteg erhält immerhin die Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Meckenbeuren und Brochenzell. Wer mit dem Bus fährt, sollte die Aushänge an den Haltestellen beachten, denn die Fahrpläne werden angepasst.
